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PatientenDie Sprache der Patienten Das Problem:Unterschiedliche Sprachwelten von Patient und ArztPatienten wissen ,dass ihnen im Praxisalltag für die Darstellung ihrer Beschwerden nur wenig Zeit zur Verfügung steht, sie wissen aber auch, dass diese kurzen Begegnungen dramatische Wirkungen hinterlassen können. Konzentration auf das Wesentliche, in der möglichst kürzesten Zeitdauer, wird so zur Vorbedingung für das Zustandekommen eines Gesprächs unter den Alltagsbedingungen gängiger Praxismedizin . Erst wenn diese unausgesprochene zum Teil auch verleugnete Voraussetzung akzeptiert ist, stimmen sich Arzt und Patient in einem wechselseitigen Annäherungsprozess sprachlich aufeinander ein. Es beginnt ein Tanz um das, was jeder aus seiner Sicht für das Wesentlich hält. Der Rhythmus wird durch die verfügbare Zeit bestimmt . Dabei stoßen Sprachwelten aufeinander, die sich über medizinische Brückenbegriffe zu verständigen suchen. Die Wertigkeit dieser Sprachwelten ist aber hierarchisch gestaffelt .Leit-Sprache ist die Fachsprache des Arztes. Seine Begriffs- und Denkmodelle strukturieren den gemeinsamen Tanz ums Wort, sie werden zu Steuerungselementen eines beide Sprachen begrenzenden Codes, der sich überlegen gebärdet und der keine Abweichungen verträgt. So bestimmt das Wortverständnis des Arztes den Verlauf des gemeinsamen Gespräch. Ansätze des Patienten zumindest eine eigne Sprach-Melodie vorzuschlagen ,können nur angenommen werden, wenn sie zur Tonart des Arztes passen. So sind Tonart und Melodie schon festgelegt, bevor der der Tanz ums Wort zwischen Arzt und Patient beginnt.Die Sprache des Patienten, das was ihn bewegt, die Unruhe die ihn zwingt den Arzt aufzusuchen ,wird vom Arzt als eine Aufforderung zum Tanz verstanden in dem dieser alleine führt und festlegt,was und wie getanzt wird. Ein möglicher Dialog endet so bereits nach der Verabredung zum Gespräch .Die Erwartung und Hoffnungen des Patienten an einem Wortwechsel über sein eignes Betroffensein dialogisch beteiligt zu werden, gerinnt zur Farce. Hinter dem in Aussicht gestellten Dialog tarnen sich die Schläge der Beratung ,die Sprache des Patienten verstummt. Modellpraxis der Universität zu Köln für angewandte Psychosomatik in der Allgemeinmedizin Dr.Thomas Reimer Arzt für Allgemeinmedizin ,Psychotherapie ,Psychosomatik ; Lehrbeauftragter am Institut für Psychotherapie und Psychosomatik der Universität zu Köln |